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Allgemeine Informationen

Algemeine informationen
1. Unterschiede zwischen dem 1- und 2-teiligen Systemen
2. Die Hautplatten von EuroTec.
3. Die Beutel von EuroTec.
4. Der Stabfilter.
5. Die Klebeschicht.

 

1. Unterschiede zwischen dem 1- und 2-teiligen Systemen

Sie wissen wahrscheinlich, dass es verschiedene Arten von Systemen gibt, um Ihr Stoma zu versorgen. Wir sprechen immer über ein 1-teiliges und ein 2-teiliges System.

Beim 1-teiligen System bilden der Stomabeutel und die Klebeschicht ein Ganzes.

Beim 2-teiligen System sind die Platte und der Beutel getrennt.

Außerdem gibt es noch einige Zwischenformen, die sich bezüglich ihrer Eigenschaften zwischen einem 1- und einem 2-teiligen System bewegen.

Die Wahl liegt bei Ihnen, schließlich geht es um Ihr Stoma und um Ihr Leben. Das System, mit dem Sie sich am wohlsten und sichersten fühlen, ist das richtige. Es muss natürlich auch für Ihr Stoma geeignet sein, es darf also keine Undichtigkeit geben oder Ihre Haut beschädigen. Um Ihnen die Wahl zu erleichtern, haben wir hier eine kurze Übersicht möglicher Vor- und Nachteile zusammengestellt.

 

1-teiliges System 2-teiliges System
Die dünne Klebeschicht folgt den Konturen der Haut besser. Die Platte ist dicker und durch den Rastring etwas steifer.
Beutel wechseln nimmt mehr Zeit in Anspruch. Die Beutel sind schnell zu wechseln, die Platte wechseln Sie 1 bis 2 Mal pro Woche.
Kolobeutel wechseln Sie ungefähr 2 – 3 Mal pro Tag, Ileo- und Urobeutel wechseln Sie täglich. Das kann für eine sensible Haut ungünstig sein. Die Platte bleibt 2 – 4 Tage sitzen. Das lässt der Haut mehr Ruhe und schadet ihr deshalb weniger. Dickere Platten sind auch sicherer.
Wenn das Material einmal auf der Haut sitzt, kann der Sitz nicht mehr verändert werden. Der Beutel kann gedreht werden, auch wenn er bereits auf der Platte sitzt.
Sehr flach auf dem Bauch, kaum sichtbar. Ziemlich flach, aber manchmal doch etwas sichtbar.
Das Stoma ist hinter lediglich einer dünnen Schicht Plastik des Beutels verletzbarer. Das Stoma ist durch den Rastring besser geschützt.
Das System ist flacher und nimmt deshalb weniger Platz ein. Benötigt etwas mehr Platz im Gepäck.
Das 1-teilige System ist teurer, weil die (teure) Klebeschicht immer weggeworfen wird. Das 2-teilige System ist gewöhnlich günstiger (bei vernünftiger Benutzung).
Kann ein saubereres ‘Gefühl’ vermitteln, weil alles auf einmal entfernt wird, wenn die Haut gereinigt wird. Wenn der Beutel entfernt wird, sind das Stoma und die Platte einfach zu reinigen.
Wenig Möglichkeiten, um mit anderen Beuteltypen oder Hilfsmitteln abzuwechseln. Universalsystem, auf den gleichen Rastring können allerlei Beuteltypen, Muffen, Stöpsel und dergleichen abgewechselt werden.
Die dünnere Klebeschicht kann weniger Feuchtigkeit beim Schwitzen aufnehmen. Die dickere Platte hat eine größere Aufnahmefähigkeit beim Schwitzen.

 

2. Die Hautplatten von EuroTec.

Welches der beiden 2-teiligen Systeme von EuroTec Sie auch wählen: alle Platten sind von erwiesener Qualität und für eine längere Tragezeit und eine optimale Feuchtigkeitsregulierung der Haut gemacht.

Sie kleben auch problemlos auf einer irritierten oder beschädigten Haut.
Für unsere Platten werden keine synthetischen Gummis verwendet.

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Die SUPERSOFT -Hautplatten sind in Bezug auf Weichheit, Geschmeidigkeit und Tragekomfort unübertroffen. Das kommt durch die dünne Schaumstoffschicht, mit der sie verarbeitet sind. Sie sind auch sicherer als viele anderen Platten, bei denen die sprödere Oberschicht der Kunststofffolie nach dem Wegschmelzen der Klebeschicht in das Stoma schneiden kann. Dieses Übel ist bei SUPERSOFT-Platten ausgeschlossen. Die SUPERFLEX-Platten sind in Wirklichkeit kleine runde SUPERSOFT-Platten, die rundum mit einem atmungsaktiven hautfreundlichen Klebepflaster versehen sind.

Das geschmeidige Hydrokolloid schmiegt sich an die Konturen der Haut an, auch wenn diese leicht eingesunken ist. Für  tief eingesunkene  Stomatas können die Platten einfach mit einem gewölbten ConvexRing-Einlagering versehen werden. Es gibt auch Platten, die bereits mit einer gewölbten Klebeschicht versehen sind, und zwar konvex (4 mm tief) oder extra konvex (7 mm tief).

Diese Platten sind mit vielen vorgestanzten Öffnungen lieferbar, die auch noch etwas ausgeweitet werden können. Man muss sie also praktisch nie auf Maß schneiden.

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Die Hautplatten sind in verschiedenen Rastringmaßen erhältlich.

Das COMBIMATE-System ist lieferbar in den Rastringmaßen: 38 mm, 45 mm, 57 mm, 70 mm, 85 mm und 100 mm. Das FLEXIMATE-System ist lieferbar in den Rastringmaßen 40 mm, 50 mm und 60 mm.

Der Durchmesser des Rastrings wird von der Größe des Stomas bestimmt. Das Rastringmaß muss mindestens 10 mm größer sein als das Stoma.

Für spezielle Zwecke sind auch extra große Platten von 15 cm x 15 cm in verschiedenen Ausführungen lieferbar.

Die Klebeschicht der 38 mm-SUPERFLEX-Platte bedeckt eine größere Fläche als die flexible Platte von ConvaTec und gibt dadurch mehr Sicherheit bei Dünndarm- oder Harnstomata.

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Diese Platten können auf Wunsch mit einem losen  Circlemate Pfaster kombiniert werden.

Wenn Sie Pflaster nicht gut vertragen, können Sie die Ränder eventuell mit den besonders hautfreundlichen VARIMATE THIN streifen abkleben.
3. Die Beutel von EuroTec.

Alle Beutel von EuroTec bestehen aus mehreren Schichten einer hochwertigen Kunststofffolie.

Die beigen Beutel sind sowohl an der Vorder- als auch auf der Rückseite mit einer entlüftenden Schicht Vliesstoff verarbeitet, die nicht nur zu einem besseren Tragekomfort beiträgt, sondern auch für ein ansprechendes Äußeres sorgt. Das Sortiment bietet geschlossene Beutel, offene Beutel und Urostomiebeutel. Daneben liefern wir auch Minibeutel und Stomakappen.

Jeder Beutel ist in verschiedenen Formen und Abmessungen erhältlich.

Das Anbringen von 1-teiligen Beuteln geht mit den halbtransparenten Beuteln beträchtlich einfacher. Die Beutel sind an der Vorderseite mit einem Sichtfenster versehen, womit das Stoma beim Anbringen des Beutels sichtbar gemacht werden kann. Während des Tragens ist das Stoma nicht zu sehen. Man kann aber jederzeit das Sichtfenster öffnen, um das Stoma zwischendurch zu kontrollieren.

Ein halbtransparenter Beutel kann einfach in einen vollständig transparenten Beutel umgewandelt werden, indem man die Needle-Pin-Schicht längs der Perforation am Rand entfernt.

In den Beuteln von EuroTec ist eine zusätzliche Folienschicht angebracht, die den Stabfilter vollständig vom Stoma abschirmt. Durch spezielle Öffnungen an der Oberseite in der Zwischenschicht können die Gase zum Filter gelangen. EuroTec ist praktisch der einzige Hersteller, der einen solchen zusätzlichen ‘Regenmantel’ in seinen Kolostomiebeuteln anbringt.

Die Filter der geschlossenen Beutel können einfach mit Hilfe der in der Verpackung enthaltenen Stickern geschlossen werden, um das Entstehen eines Vakuums zu vermeiden. Zum Baden oder Schwimmen sind spezielle GORE-TEX-Filtersticker erhältlich. Diese Filtersticker verhindern, dass Wasser in den Filter dringt, während die Gase trotzdem weiterhin aus dem Beutel entweichen können.

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4. Der Stabfilter.

Der Stabfilter von EuroTec ist außergewöhnlich. Er ist mit einer Schicht Plastikfolie umwickelt, sodass die Gase an den äußeren Enden des Filters eintreten und über die gesamte Länge den wirksamen Kohlenstoff passieren müssen. Die zurückgelegte Strecke ist deutlich länger als bei einem Rundfilter. Gegenüber den ca. 13 mm, die bei runden Filtern gebräuchlich sind, beträgt die Strecke hier gut und gerne 32 mm. Dadurch hält die Wirkung mindestens 24 Stunden an.

In den Kolo- und Ileobeuteln mit einem Stabfilter ist eine zusätzliche Folienschicht angebracht, die den Kohlenstofffilter vollständig vom weiteren Inhalt des Beutels abschirmt. In diesem abgetrennten Teil bleibt der Filter auch unter den schwierigsten Umständen noch trocken. Dadurch sind die Kolostomiebeutel mit Stabfilter auch für Personen mit Dünndarmstoma geeignet.

Die Ileobeutel sind standardmäßig mit einer Gore-Tex-Membran ausgestattet, um ein Durchsickern oder Abfärben auf die Kleidung zu verhindern. Diese Gore-Tex-Membrane sind auch einzeln erhältlich.

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5.  Die Klebeschicht.

Die Einführung von Stomahesive sorgte in den frühen 70er Jahren für einen Durchbruch. Zum ersten Mal gab es eine Klebeschicht, die auf einer trockenen und einer feuchten Haut klebte, auch wenn diese irritiert war. Mehr noch, es stellte sich heraus, dass sich eine zerstörte Haut unter dieser Klebeschicht wieder erstaunlich gut erholte. Die einfachen Platten von 10 x 10 cm – damals noch ohne Rastring – erhielten bereits bald den Beinamen ‘Käseplatte’. Jede Beutelmarke konnte daran festgeklebt werden. Die besondere Klebeschicht – das Hydrokolloid – bildete die Basis nahezu aller späteren Stomahilfsmittel, in einer Zusammensetzung, die Jahrzehnte unverändert blieb.

Teuer

Die Bestandteile dieser klassischen Klebeschicht waren teuer und schwer in konstanter Qualität erhältlich . Die Farbe des Hydrokolloids hing vom Typ Pektin ab, das benötigt wurde, und konnte von hellgelb (Zitronenpektin) bis ockergelb (Apfelsinenpektin) variieren.

Synthetische Gummis

An dieser erfolgreichen Formel wurde leider trotzdem herumgebastelt. Die meisten Hersteller begannen damit, Elastomere in Form synthetischer Gummis ihren Hydrokolloiden hinzuzufügen. Das sind relativ preisgünstige Grundstoffe, die die Klebeschicht geschmeidiger und elastischer machen. Das klingt vielleicht vorteilhaft, aber die Elastomere nehmen doch den Platz von teuren feuchtigkeitsaufnehmenden Komponenten ein.

Kosteneinsparung

Durch die Hinzufügung synthetischer Gummis verdichtet sich das Hydrokolloid, wodurch der Hersteller stabilere und dünnere Platten herstellen kann. Eine Platte mit synthetischen Gummis nimmt bedeutend weniger Feuchtigkeit auf. Ein Hydrokolloid mit Elastomeren ist viel weniger empfindlich und kann dadurch langfristig in großen Rollen gelagert werden, was für den Hersteller logistisch gesehen vorteilhaft ist. Mit einem Hydrokolloid in der klassischen Zusammensetzung kann man das in der Regel nicht. Dieses wird horizontal liegend aufbewahrt, wobei nur eine beschränkte Zahl Schichten aufeinander gestapelt werden dürfen. Auch für die Endverpackung ergibt sich eine Einsparung bei elastomerhaltigen Platten. Denn die klassischen Hydrokolloide müssen gut geschützt und in einer Blisterverpackung verpackt werden.

Schnell zufrieden….

Leider wird ein Hydrokolloid oft vor allem auf Dünnheit und Elastizität beurteilt, obwohl die feuchtigkeitsabsorbierende Eigenschaft und die Hautfreundlichkeit viel wichtiger sind. Eine Platte eines 2-teiligen Systems muss für gewöhnlich eine bestimmte Dicke haben, damit es mehrere Tage nicht gewechselt werden muss, auch wenn der Anwender schwitzt. Zudem können manche Menschen allergisch auf Elastomere reagieren, was bei klassischen Hydrokolloiden praktisch ausgeschlossen ist.

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Synthetische Gummis haben nicht nur Nachteile. Beim Durahesive von ConcaTec tragen spezielle Elastomere zum sogenannten ‘Turtle-Neck’-Effekt bei, wobei das Hydrokolloid einen Kragen rund um das Stoma bildet. Elastomere können nach der Entfernung der Platte auch für eine Verminderung von Kleberesten auf der Haut oder in einer Wunde sorgen. Vielleicht verwenden Sie bereits seit Jahren problemlos Platten mit Elastomeren. Dann brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Aber manche Anwender werden heutzutage mit einer Hautplatte konfrontiert, die eine viel kürzere Lebensdauer hat als früher, vor allem bei warmem Wetter.

Besinnen Sie sich auf die Qualität von früher.

Anstatt öfter zu wechseln, kann man dann lieber auf Hydrokolloide ohne synthetische Gummis wechseln. Ein Hydrokolloid, das relativ viel Feuchtigkeit aufnimmt und nicht so oft gewechselt werden muss, gibt mehr Sicherheit, ist besser für die Haut und spart unnötige Kosten. Dass eine dickere Platt nicht weniger geschmeidig sein muss, beweisen die SuperSoft- und SuperFlex-Platten von EuroTec. Sie sind viel dicker als die meisten anderen Platten, aber durch ihre weiche Oberschicht trotzdem geschmeidig. Und sie sind vollständig frei von sowohl synthetischen als auch natürlichen Gummis.

 

Der TestDas Vorhandensein von synthetischen Gummis ist einfach nachzuweisen. Nehmen Sie eine Platte und ziehen Sie zwischen Ihren Fingernägeln ein kleines Stück von der Klebeschicht ab. Wenn diese abbröckelt, sind (nahezu) keine Elastomere enthalten. Wenn dünne gummibandartige Drähte entstehen oder wenn Sie das Hydrokolloid ausdehnen können, ohne dass sich Risse zeigen, dann wissen Sie Bescheid.

Die Nagelprobe: eine Platte wird auf ein Glas Wasser geklebt und anschließend wird das Glas Wasser umgedreht. Ein gutes Hydrokolloid hält das lange aus, ohne dass etwas durchsickert. Die rechte Abbildung zeigt, dass eine Klebeschicht ohne Elastomere viel Feuchtigkeit aufnehmen kann. Diese Eigenschaft ist für Hautplatten viel wichtiger als Elastizität. EuroTec hält an dem traditionellen Rezept mit Hydrokolloid fest und scheut dabei weder Kosten noch Mühen.